Neues Leben für alte Pfeifen

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Die Oberlinger-Orgel in der Niederauerbacher Zwinglikirche wird zur Generalüberholung von Orgelbauer Peter Maria Ohlert (Mitte) und seinem Helfer Benjamin Hermes abgebaut. Gerd Gries (links), stellvertretender Vorsitzender der protestantischen Kirchengemeinde, macht sich ein Bild von den Arbeiten. Foto: cos

 Zweibrücken. Eine Baustelle ist die historische Zwinglikirche in Niederauerbach. Das Gotteshaus muss insgesamt renoviert werden. Das geht nur “scheibchenweise”, weil die Kirchengemeinde trotz jahrelanger Vorbereitung auf einmal so viel Geld nicht aufbringen kann und Landesmittel nur spärlich fließen. Die Orgelsanierung steht ganz oben auf der Prioritätenliste. Der staatlich geprüfte Restaurator im Orgelbauhandwerk und Orgel- und Harmoniumbaumeister, Peter Maria Ohlert aus Kirkel, begann gestern mit dem Orgelabbau.

 Von der Oberlinger-Orgel aus den 50er Jahre, sie wurde 1956 ihrer Bestimmung übergeben, sind nur noch die mittleren Prospektreihen zu sehen. “Zwei Register”, wie Orgelbaumeister Ohlert aufklärt. Was bereits an der rund vier Meter hohen und gut zwei Meter breiten Orgel mitten im Chorraum des Gotteshauses abgebaut ist, ist in Kartons und Kisten zwischen gelagert. Abtransportreif für die Ohlert’sche Meisterwerkstatt, wo die dreimonatige Generalsanierung vorgenommen wird. 15 klingende Register hat die Niederauerbacher Orgel, der die schlechte “Bauphysik” im Gotteshaus direkt an der Außenwand mit Turmeingang arg zusetzte. Nach 20, 25 oder 30 Jahren sei eine Generalsanierung unabdingbar, stellt Ohlert im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur fest. Selbst für den Laien werden die Rückstände wie Ruß, Staub und Dreck in den einzelnen Pfeifen erkennbar. Mit Nachstimmen sei da nichts mehr zu machen gewesen, erklärt Ohlert, der stolz darauf ist, seinen nicht alltäglichen Handwerksberuf noch von der Pike auf gelernt zu haben.Über 1000 Orgelpfeifen muss der Orgelbauer zusammen mit seinem Helfer Benjamin Hermes, der sich anschickt, vielleicht einmal in die Fußstapfen des Meisters zu treten, Stück für Stück abbauen. Vom sonstigen Zubehör wie Windlader, Ventile oder lederne Orgelteile einmal ganz zu schweigen. Die Pfeifen, die größte ist fast drei Meter groß, sind teils aus Metall, teils aus Holz.Gerd Gries, stellvertretender Vorsitzender der protestantischen Kirchengemeinde Niederauerbach freut sich, dass es mit der Renovierung der Kirche jetzt endlich los geht. Schon lange sei dafür gespart worden, vieles müsse auch in Eigenleistung erledigt werden, erklärt er.

Quelle: www.pfaelzischer-merkur.de
Von Merkur-Mitarbeiter Norbert Schwarz, 19.01.2010